Alexander Graham Bell stammte aus Edinburgh in Schottland. Dort wurde er als Sohn eines Lehrers für Schwerhörige und Sprachbehinderte am 3. März 1847 geboren. Er war kein Wunderkind, obwohl er sich schon früh mit naturwissenschaftlichen Sammlungen befaßte und über ein ausgezeichnetes musikalisches Gehör verfügte. Der Musik widmete er sich sehr und erlernte auch den Beruf des Vaters.
Als Fünfzehnjähriger absolvierte er die Mittelschule und nahm anschließend
an der Universität in Edinburgh ein Medizinstudium auf. Einige Zeit später
war er Lehrer in Elgin, setzte dann jedoch sein Studium an der Universität
in London fort. Im Jahre 1871 siedelte er zusammen mit seinen Eltern in die
Vereinigten Staaten von Amerika über, wo er die amerikanische Staatsbürgerschaft
annahm.
Noch während seines Wirkens in Elgin hatte er begonnen, sich für
akustische Versuche zu interessieren. Er studierte die Helmholtzschen Arbeiten,
die ihn dazu anregten, sich mit der Untersuchung der Schallwellen zu befassen.
Im Jahre 1872 wurde er Professor für Physiologie der Sprechwerkzeuge
an der Universität in Boston; hier begannen auch seine fruchtbaren Jahre
als Erfinder.
Das Studium der Mechanik der Sprache brachte ihn auf den Gedanken, eine Einrichtung
für eine telegrafische Verbindung zu konstruieren. Er experimentierte
mit der telegrafischen Übertragung von Nachrichten, wobei er ein von
einem Elektromagneten betätigtes Eisenplättchen als Membran verwendete.
Später arbeitete er gemeinsam mit Thomas Watson an Übertragungen
und am Empfang von Nachrichten nach dem elektromagnetischen Prinzip. Im Verlauf
dieser Experimente mit dem Telegrafen erfand er das Prinzip des Telefons.
In den Jahren 1875 bis 1877 wurden ihm drei Patente erteilt. Obwohl ihm die
Erfindung des Telefons einige Gerichtsprozesse einbrachte, bestätigte
man ihm schließlich doch die Urheberschaft.
Bei seiner Tätigkeit als Erfinder konzentrierte sich Bell auf zwei Hauptgebiete:
ein System der Mehrfachtelegrafie und das Studium der Luftschwingungen im
Ohr während der Aufnahme von Stimmlauten. Er konstruierte auch mehrere
Hilfsmittel und Einrichtungen für den Unterricht schwerhöriger Menschen.
Zugleich befaßte er sich mit der Konstruktion eines Phonographen. In
Konkurrenz mit Edison erwies sich die von Bell vorgeschlagene geriffelte Wachswalze
mit Spiralen-Tonaufnahme als die bessere.
Bell wurde Begründer der industriellen Fertigung von TeIefonanlagen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Er gründete die Zeitschrift »Science« (»Wissenschaft«) und die »Amerikanische Vereinigung für das Erlernen der Sprache«. Verdienstvoll war seine Arbeit an der Smithsonian Institution, deren Berater er seit 1898 war. Die Londoner Royal Society zeichnete ihn 1913 mit der Hughes-Medaille aus. Er erlebte noch den gewaltigen Erfolg seiner Erfindung, und die Telefongesellschaft, die er begründet hatte, zeigt noch heute in ihrem Wahrzeichen die blaue Glocke, die aus einer seiner Kinderzeichnungen stammt.
Alexander Graham Bell starb am l. August 1922 in der Nähe von Baddeck auf Cape Breton Island im kanadischen Neu- Schottland.