Pittys Physikseite
Physiker
zur Zeit online: 5 Besucher

Michael Farady

Michael Faraday wurde am 22. September 1791 in Newington Butts unweit von London als Sohn eines Schmieds geboren. Die unvermögenden Eltern konnten ihm nicht einmal eine abgeschlossene Grundschulausbildung gewähren; deshalb gaben sie ihn bereits mit dxeizehn Jahren zu einem Buchbinder und Buchhändler in die Lehre. Zunächst trug er nur Zeitungen aus, später erlernte er das Buchbinderhandwerk.

Bei der Arbeit mit Büchern las er viel, wobei ihn am stärksten Physik- und Chemiebücher fesselten. Er begann populärwissenschaftliche Abendvorlesungen zu besuchen; ein reicher Kunde ermöglichte ihm die Teilnahme an einigen Vorlesungen des Chemikers Sir Humphrey Davy an der Royal Institution.

Im Jahre 1812 ging seine Lehrzeit zu Ende. Der junge Faraday faßte jetzt den Entschluß, sich ganz der Wissenschaft zu widmen. Es gelang ihm, eine Stelle an der Royal Institution direkt bei Davy zu bekommen, wo er als Gehilfe mit dem Waschen von Laborglas begann. Dabei studierte er jedoch verstärkt weiter, er sammelte Erfahrungen, sein wissenschaftlicher Horizont erweiterte sich.

Als er im Jahre 1815 von Reisen durch Europa, auf denen er Davy begleitet hatte, zurückkehrte, begann er diesem bei chemischen Versuchen zu helfen und selbständig kleinere Aufgaben zu lösen. Sehr bald konnte er wertvolle Ergebnisse nachweisen. Er gewann zwei neue Verbindungen von Chlor und Kohlenstoff. Er interessierte sich auch für das Studium der Akustik und bereitete Versuche für die Vorlesungen an der Royal Society vor; bei diesen Versuchen assistierte er auch.

Es folgte ein Jahrzehnt angestrengter, vielseitiger wissenschaftlicher Tätigkeit. Gemeinsam mit Davy stellte er Versuche zur Gasverflüssigung an, leistete umfangreiche Arbeit auf dem Gebiet der Stahllegierungen und betrieb gründliche Studien über die Herstellung neuer optischer Gläser.

Im Jahre 1824 wurde Faraday zum Mitglied der Royal Society in London ernannt. Ein Jahr darauf entdeckte er das Benzol, einen Kohlenwasserstoff, der später sehr große Bedeutung erlangte. Im gleichen Jahr wurde Faraday Direktor des Laboratoriums der Royal Institution, später Chemieprofessor und schließlich nach Davys Tod dessen Nachfolger.

Das Jahr 1831 brachte die sehr wichtige Faradaysche Entdeckung der elektromagnetischen Induktion, die eigentliche Krönung zehnjähriger Forschungsarbeiten. Die Entdeckung der elektromagnetischen Induktion wurde zur Grundlage für die gesamte weitere Entwicklung der Elektrotechnik. Faraday veröffentlichte die Entdeckung als erste Folge seiner »Experimentellen Untersuchungen zur Elektrizität«, in denen er nacheinander in 30 Folgen und 3 000 Paragraphen die meisten seiner wissenschaftlichen Arbeiten publizierte.

Außerdem widmete sich Faraday dem Studium der chemischen Wirkungen des elektrischen Stromes. Im Jahre 1833 formulierte er die beiden Gesetze über die chemischen Wirkungen des Stromes, die später nach ihm benannt wurden.

Versuche und Beobachtungen wechselten mit neuen Entdeckungen. Faraday erklärte als erster die Entstehung der elektromotorischen Kraft, d. h. der Spannung, im galvanischen Element richtig, wies die Existenz der Selbstinduktion nach und führte den Begriff »Feld« in die Physik ein, mit dessen Hilfe er die elektrischen und magnetischen Effekte erläuterte. Er studierte auch den Einfluß unterschiedlicher Stoffe auf die elektrischen Kraftwirkungen. Stoffe, die die elektrischen Kraftwirkungen beeinflussen, nannte er Dielektrika.

Nach einer Periode ungewöhnlicher Erfolge, aber auch kräftezehrender Arbeit stellten sich Ermüdungserscheinungen und körperliche Beschwerden ein. Erst nach einem längeren Aufenthalt in den Alpen war er wieder so weit hergestellt, daß er 1845 seine Untersuchungen erneut aufnehmen konnte. Noch im gleichen Jahr entdeckte er den Diamagnetismus.

In den letzten Jahren seiner wissenschaftlichen Tätigkeit befaßte sich Faraday mit der Erforschung des Verlaufs der magnetischen Kraftlinien um elektrische Ströme und um Dauermagnete sowie mit weiteren Erscheinungen, die mit der Wirkung elektrischer und magnetischer Kräfte im Zusammenhang stehen.

Faraday vergaß nie, wo er einstmals angefangen hatte; er veranstaltete gern populärwissenschaftliche Vorlesungen, wobei er stets seiner Jugendzeit gedachte, der er das beliebte Büchlein »Naturgeschichte einer Kerze« widmete.

Im Jahre 1858 nahm Faraday Abschied von der Royal Institution und siedelte sich in Hampton Court unweit von London an, in einem Haus, das ihm die Königin geschenkt hatte. Er beklagte sich jetzt, daß ihn das Gedächtnis immer mehr verließ.

Bis an sein Lebensende führte er eine glückliche, wenn auch kinderlose Ehe. Er starb am 25. August 1867 in Hampton Court.

zurück zu den Größen und Einheiten