Blaise Pascal wurde am 19. Juni 1623 in Clermont als
Sohn eines bekannten Mathematikers geboren. Von klein auf bestach er durch
sein mathematisches Talent. Als Zwölfjähriger stellte er ein eigenes
geometrisches System auf, das auf Euklid zurückging, und mit sechzehn
Jahren verfaßte er eine Studie über Kegelschnitte.
Er studierte sehr gründlich Mathematik, Physik und Philosophie. In der
Arbeit "Abhandlungen über das arithmetische Dreieck" sprach
er einige grundlegende Thesen der Wahrscheinlichkeitstheorie und Kombinatorik
aus; in der Arithmetik ist das Pascalsche Dreieck heute wohlbekannt. Weiterhin
ermittelte er die Teilbarkeitsregeln und wurde zum Vorgänger von Newton
und Leibniz auf dem Gebiet der Differential- und Integralrechnung.
Als neunzehnjähriger junger Mann konstruierte er eine Rechenmaschine,
die im wesentlichen für Additionen bestimmt war. Er verbesserte die Maschine
ständig und fertigte davon insgesamt über fünfzig Exemplare
an. Die heutigen Rechenmaschinen arbeiten nach dem gleichen Prinzip.
Als Pascal von Torricellis Versuch und der Entdeckung des atmosphärischen
Drucks hörte, begann er hartnäckig, weitere überzeugende Versuche
für die Beweisführung von Torricellis Entdeckung zu ersinnen. Zu
diesem Zweck fertigte er sich zwei Glasröhren, die sinnvoll so miteinander
verbunden waren, daß er mit Hilfe der einen die Luft über dem Quecksilberspiegel
in der anderen Röhre herauspumpen konnte. Mit Hilfe dieser Versuchsanordnung
gelang es ihm nach einigen weiteren Veränderungen, die Existenz des Luftdrucks
und die Abhängigkeit der Höhe der Quecksilbersäule im Röhrchen
vom Luftdruck überzeugend nachzuweisen und zu demonstrieren.
Pascal kam als erster auf den Gedanken, mit Hilfe eines Barometers die Höhendifferenz
zweier Orte zu messen, und machte darauf aufmerksam, daß die Längenänderungen
der Quecksilbersäule eines Barometers auch von der Luftfeuchtigkeit und
-temperatur abhängig sind und daher auch der Wettervorhersage dienen
können. Die Ergebnisse der Untersuchungen des atmosphärischen Druckes
faßte er 1653 in der Arbeit "Abhandlungen über den Luftdruck"
zusammen. Sie wurde erst nach seinem Tode im Jahre 1663 gedruckt.
Nicht weniger bedeutungsvoll sind Pascal Arbeiten auf dem Gebiet der Hydrostatik.
In der Arbeit Abhandlung "Über das Gleichgewicht der Flüssigkeiten"
formulierte er das Grundgesetz der Hydrostatik, das später das Pascalsche
Gesetz genannt wurde. Er berechnete die Gräte des hydrostatischen Druckes,
beschrieb das hydrostatische Paradoxon, das Gesetz der kommunizierenden Gefäße
und das Prinzip einer hydraulischen Presse.
Pascal befaßte sich auch mit philosophischen Fragen, wobei er zwar den
Fortschritt der Wissenschaft als Ziel der menschlichen Existenz sah, nur schwankte
er in seinen Anschauungen zwischen Rationalismus und Skeptizismus, der ihn
zur Ansicht führte, daß der Glauben über dem Verstand steht.
Von 1653 an gab sich Pascal theologisch-philosophischen Betrachtungen hin
und trat drei Jahre später in ein Kloster ein. Er starb, neununddreißigjährig,
am 19. August 1662 in Paris.